Das Bestattungsrecht (BStG) obliegt den einzelnen Bundesländern. In Bezug auf die Definitionen der einzelnen Begriffe der Lebend-, Tot- und Fehlgeburt orientiert sich das Bestattungsrecht (BStG) an der Verordnung zur Ausführung des Personenstandsgesetzes (PStG). Es wird unterschieden in:

Bestattungsrecht der Eltern (bei nicht bestattungspflichtigen Kindern)
Besteht keine Bestattungspflicht durch die Eltern, ist dennoch eine individuelle Bestattung mit eigener Grabstätte oder eine Gemeinschaftsbeisetzung möglich. Da es sich um ein Recht und keine Pflicht handelt, ergibt sich daraus, dass die Asche des Kindes auch im eigenen Garten beigesetzt oder in einer Urne im Haus aufgebahrt werden könnte – dies ist in Deutschland sonst nicht erlaubt.

Bestattungspflicht für Eltern
Besteht eine Bestattungspflicht durch die Eltern, sind diese dazu verpflichtet, die Bestattung ihres Kindes zu beauftragen und zu bezahlen. Das Kind muss auf einem Friedhof, Friedwald oder per Seebestattung beigesetzt werden.

Bestattungspflicht für Kliniken
Nehmen die Eltern ihr Bestattungsrecht (bei nicht bestattungspflichtigen Kindern) nicht wahr, sind die Kliniken verpflichtet das Kind zu bestatten (i.d.R. geschieht das in einer Gemeinschaftsgrabstätte).

Hinweispflicht
Einrichtung, Ärzte, Hebammen o.ä. sind verpflichtet zumindest ein Elternteil auf die Bestattungsmöglichkeit hinzuweisen.

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht zur Rechtslage in Hessen (HE), Baden-Württemberg (BW) und Bayern (BY):

Bestattungsrecht der Eltern Bestattungspflicht für Eltern Bestattungspflicht für Kliniken Hinweispflicht
Fehlgeburt
(unter 500g Geburtsgewicht oder bis zur 24. SSW und ohne Lebenszeichen)

ja
(HE, BW, BY)

nein
(HE, BW, BY)
ja
(HE, BW, BY)

nein
(HE)
ja
(BW, BY)

Totgeburt und Lebendgeburt
(ab 500g Geburtsgewicht
oder ab der 24.SSW)

ja
(HE, BW, BY)
nein
(HE, BW, BY)

nein
(HE)
ja
(BW, BY)

Schwanger­schaftsabbruch

nicht eindeutig
(HE)
ja
(BW, BY)

nicht eindeutig
(HE)
ja
(BW, BY)

nein
(HE)
ja
(BW, BY)

Quelle: Aeternitas e.V. [§§ 9, 16 FBG Hessen, § 30 BestattG BW und Art. 6 BestG By]